Lerntherapie

Wann wird eine Lerntherapie notwendig?

4-6% der Schulkinder quälen sich mit Problemen beim Erlernen des Lesens und Schreibens, ebenso viele haben mit Rechenschwierigkeiten zu kämpfen. Trotz enormer Anstrengungen des Kindes und auch der Eltern und Lehrer geht die Schere zwischen dem, was die Kinder können, und dem, was sie können sollten, auseinander.
Zunehmend zweifeln die Kinder an ihren Fähigkeiten. Sie werden unsicher und ängstlich. Nicht wenige geben das Lernen gänzlich auf. Sie flüchten in aggressives Verhalten oder Clownereien. Spätestens wenn sich Lernprobleme zu psychischen und familiären Problemen ausweiten, ist professionelle Hilfe angesagt.

Was soll mit einer Lerntherapie erreicht werden?

Sinn einer Lerntherapie ist nicht, noch mehr des Gleichen zu üben, sondern anders zu lernen und Anderes zu erlernen.
Eine Lernförderung oder -therapie zielt darauf ab:
  • • die Basisfähigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Rechnen gezielt und systematisch zu erwerben und zu verbessern
  • • dem Kind zunehmend Sicherheit und Selbstvertrauen in das eigene Können zu geben
  • • die Freude am Lernen (wieder-)zu entdecken.
Eine Lernförderung füllt die individuellen Wissens- und Lernlücken, stärkt die Konzentration und die Wahrnehmungsgenauigkeit und vermittelt geeignete Arbeits- und Lernstrategien.

Was macht eine gute Lerntherapie aus?

  1. Sie ist individuell und orientiert sich an den vorliegenden Stärken und Schwächen. Grundlage bildet eine gründliche Diagnose, aus der heraus ein Therapieplan entwickelt wird, der der Lernentwicklung des Kindes stetig angepasst wird.

  2. Sie arbeitet gezielt die persönlichen Wissens- und Lerndefizite im jeweiligen Bereich (Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen) auf und festigt die erworbenen Fähigkeiten durch vielseitige Übungen und Spiele.

  3. Sie spricht möglichst viele Sinne an, ist ganzheitlich und integriert verschiedene Therapieansätze:

    • - Körperkoordination / Raum-Lage-Orientierung

    • - Feinmotorik / Schreibmotorik

    • - genaues Hinhören und Hinsehen

    • - Sprach- und Sprechförderung

    • - Konzentration 

  4. Sie geht auf persönliche Stärken und Interessen des Kindes ein. Außerdem erschließt und nutzt sie die Lernwege, die für das Kind die geeignetsten sind.

  5. Sie vermeidet Misserfolge und stärkt das Selbstvertrauen in das eigene Können. Deshalb geht sie kleinschrittig vor und bewegt sich entlang einer möglichst niedrigen Fehlergrenze. 

  6. Sie hilft dem Kind im Umgang mit seinen Schwierigkeiten und stützt es psychisch.

  7. Sie berücksichtigt - falls vorhanden - Folgeprobleme, wie Vermeidungsverhalten, Lern-Unlust und Schulangst.

  8. Sie bezieht die Eltern in die Förderung ein und berät sie.

⇒ Ratschläge für Eltern im Umgang mit Lernproblemen ihrer Kinder

⇒ Vorbereitung auf Klassenarbeiten